ORTHOPÄDIE
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Chirurgie-Symposium 2018
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ARTHROSKOPIE

Die Arthroskopie ist ein Standardverfahren in der Gelenkchirurgie und wird seit etwa 1980 durch die fortschreitende Miniaturisierung von Kamera und Instrumenten immer erfolgreicher eingesetzt.


• Prinzip:
Eine Kamera (2-3 mm groß) ermöglicht den Blick in das Gelenk. Das Bild wird über eine Glasfaseroptik auf einen Monitor übertragen.


• Vorteile:
> Das Gelenk muß nicht eröffnet werden, es kommt zu keinen unnötigen Verletzungen im Gelenk.
> Möglichkeit der Operation im Gelenk, z.B.: Meniskus, Gelenkknorpel, Kreuzbänder.
> Schnellere Wundheilung und Erholung nach der Operation.

Nachteil:
> Bestimmte Operationen (Ersatz des Gelenks durch ein Kunstgelenk, Knorpelverpflanzungen größer 10 mm) können nicht mehr arthroskopisch durchgeführt werden.

ARTHROSKOPISCHE OPERATIONEN

Vordere Kreuzband (VKB) - Plastik


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Wir führen den Ersatz des vorderen Kreuzbandes vorzugsweise mit Sehnen des Musculus semitendinosus und Musculus gracilis durch.



> Die Sehnen werden mit einem stumpfen Sehnenstripper auf eine Länge von ca. 25-28 cm entnommen und als 4fach Transplantat in Form von je 2 U-förmigen Schlingen präpariert.


> Nach diagnostischer Arthroskopie werden die Befestigungspunkte (Insertionspunkte) des vorderen Kreuzbandes präpariert und ein Bohrkanal im Schienbeinkopf angelegt; die obere Mündung des Kanals im Schienbeinkopf liegt ca. 7 mm vor dem Ansatz des hinteren Kreuzbandes.

> Der zweite Bohrkanal wird wie folgt platziert: Im Oberschenkelknochen (Femur) im Mittelpunkt des 3./4. Quadranten in anterior-posteriorer- u. craniokaudaler Richtung, d.h. am entsprechenden Femurkondylus bei 11 Uhr links bzw. 14 Uhr rechts.


> Das Transplantat wird in die Bohrkanäle eingezogen und proximal mit einem horizontal vom seitlichen Femurkondylus eingeführten Fixations-Pin aus biologisch resorbierbarem Material fixiert.


> Die Nachbehandlung (Physiotherapie) ist aufgrund freier Beweglichkeit sofort möglich. Zunächst maximal 20 kg Teilbelastung, je nach Schmerzen und Ergußbildung für ca. 2 Wochen. Eine Kniegelenksorthese mit Gelenk ohne Bewegungslimit wird für ca. 3 Monate getragen. Risikosportarten (z.B. Skifahren) für ein Jahr sind nicht möglich. Das Radfahren ist möglich ab 100°-Beugung, das Laufen ist auf festem Boden ab etwa 2 Monaten möglich. Die Prognose nach OP ist gut, ca. 80-90% unserer Patienten erreichen den Leistungsstand vor der Operation. Eine spätere arthrotische Veränderung des Kniegelenks (Gonarthrose) ist abhängig von weiteren Knie-Begleitverletzungen wie Meniskus- und Knorpelschäden.



Strecken, Beugen und Drehen im Kniegelenk - Wie funktioniert das eigentlich?

Das menschliche Kniegelenk, übrigens unser größtes Gelenk, funktioniert durch ein kompliziertes Zusammenspiel von gewölbten Gelenkflächen, den zwischenliegenden Menisken, und den Kreuzbändern, die im Zentrum des Kniegelenkes Drehung und starke Verschiebungen der Gelenkflächen gegeneinander begrenzen.

Unser Kniegelenk wäre dennoch instabil, wenn nicht ein äußerer Kapsel-Bandapparat mit den Seitenbändern und zahlreichen anderen Bandverstärkungen sowie mehreren  Muskelführungen die komplizierte Roll-, Gleit- und Drehbewegungen zusätzlich absichern würden. Die ausgeklügelte Konstruktion ist in der Entwicklungsgeschichte mehrere hundert Millionen Jahre alt.