ORTHOPÄDIE
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Chirurgie-Symposium 2018
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OSTEOPOROSE und ihre THERAPIE       






 
Knochenspongiosa bei Osteoporose






 
Knochenspongiosa beim Gesunden

Die Osteoporose ist eine Erkrankung des Skeletts mit:

1. erniedrigter Knochenmasse
2. Zerstörung der Mikroarchitektur des Knochens
3. erhöhtem Risiko für Frakturen

Bei einer bereits aufgetretenen Fraktur spricht man von einer manifesten Osteoporose.

Es lassen sich zwei Osteoporose-Formen unterscheiden:

1. Primäre Osteoporose:
> Typ I postmenopausal (bei Frauen, schneller Substanz-Abbau, häufig Wirbelkörperfrakturen)
> Typ II senil (Altersosteoporose, weniger Knochen-Neubildung, häufig Schenkelhalsfrakturen)
> Typ III juvenile Form (selten)

2. Sekundäre Osteoporose:
mit einer Grunderkrankung
- endokrin (z.B. Morbus Cushing)
- medikamentös (z.B. Cortison)
- onkologisch (z.B. Plasmozytom)


Die Risikofaktoren für osteoporotische Frakturen (Risikoprofil):

Männer haben bei gleichem Alter ein 50% geringeres Risiko für Frakturen als Frauen. Alle 10 Jahre verdoppelt sich das Fraktur-Risiko. Das Fraktur-Risiko wird vor allem vom Lebensalter bestimmt. Daneben gelten folgende Risiko-Faktoren: Wirbelkörperfraktur 3fach, periphere Fraktur nach Bagatell-Unfall 1,5-2fach, ein Elternteil mit Schenkelhalsfraktur 1,5 bis 2fach, Untergewicht 1,5-2fach, Rauchen 1,5-2fach, Bewegungsmangel 1,5-2fach, häufige Stürze 1,5-2fach.

Wenn das Risikoprofil eine hohe Fraktur-Rate erwarten läßt, d. h. 20% oder mehr Risiko für eine Wirbelkörper- oder Schenkelhalsfraktur in den nächsten 10 Jahren, sollte neben einer Anamnese und einem klinischen Befund (Schmerzen, fehlende Funktion, vorhandene Risikofaktoren) eine Röntgenaufnahme der Brust/Lendenwirbelsäule erfolgen, um osteoporotische Wirbelkörperfrakturen auszuschließen. Eine sog. Osteodensitometrie, (DXA-Knochendichtemessung) sollte nicht zusätzlich durchgeführt werden, wenn im Röntgenbild mehr als eine Fraktur sichtbar ist.

Die Therapie der Osteoporose

Man unterscheidet Basismaßnahmen bei niedrigem Fraktur-Risiko und eine spezielle medikamentöse Therapie bei hohem Fraktur-Risiko.

Die spezielle Therapie ist abhängig vom Alter, etwaiger Wirbelkörperfrakturen und/oder dem Wert der Knochendichtemessung.  Es werden hauptsächlich sog. Bisphosphonate als Medikamente 1. Wahl eingesetzt: Alendronat, Ibandronat, Risedronat, Raloxifen, Strontium Ranelat, Teriparatid.   Als Medikamente 2. Wahl gelten Etidronat, Calcitonin, Fluoride, Östrogen/Gestagene, weil deren Wirkung weniger gut belegt ist.

Die Basismaßnahmen wirken innerhalb weniger Monate, sind besonders effektiv im Alter und müssen dauerhaft befolgt werden:

> Die Basistherapie umfaßt eine Verbesserung der Muskelkraft und der Koordination. Stürze sollten vermieden werden, Hilfsmittel (Rollator) sollten eingesetzt werden.

> Ausreichend Sonnenlicht (mindestens 30 Minuten pro Tag) auf Gesicht und Arme zwecks ausreichender Vitamin D-Bildung, oder Vitamin D 400 - 1200 I.E./d bei Senioren die älter als 70 Jahre sind.

> Calcium 1200 - 1500 mg pro Tag (mit der Nahrung Milch, Käse, Fleisch, oder als Nahrungs-Zusatz).

> Ausreichende Ernährung (BMI größer 20)

> Nikotin-Verzicht

> Bestimmte Medikamente können Stürze bzw. eine Osteoporose fördern. Dazu gehören: Benzodiazepine, Hypnotika, Antiepileptika, Antidepressiva. Orale Glucocorticoide (Cortison) sollten kritisch und so niedrig wie möglich eingesetzt werden.

Weitere Informationen zum Thema: Minimalinvasive Fraktur-Behandlung

Abb. aus: von Welser R (1996) Operative Behandlung hüftgelenknaher Oberschenkelfrakturen bei alten Menschen (Diss) Med Uni Lübeck